Literatur - Was ich gerade lese!

Lesemonat Februar – Ein Monat voller Neuerscheinungen

READING WRAP UP // Lesemonat FebruarDer Februar verging für mich wie im Flug! Bloß ein Stapel gelesener Bücher ist der Beweis, dass ich in meiner freien Zeit nicht ganz untätig gewesen bin. Der Februar ist auch der Monat, in dem der Startschuss für das Frühjahrsprogramm der Literaturverlage fällt, so viele neue Veröffentlichungen, auf die ich schon lange ein Auge habe, sind im letzten Monat erschienen. Deswegen widmete sich auch mein Lesemonat Februar all diesen Neuerscheinungen!Auf die deutsche Übersetzung des Erzählbands Ihr Körper und andere Teilhaber von Carmen Maria Machado freue ich mich schon sehr lange. In ganz unterschiedlichen Geschichten erzählt Machado von der Gewalt, die auf den weiblichen Körper ausgeübt wird, sei es sexuelle oder körperliche Gewalt, der gesellschaftliche Zwang oder aber der Selbsthass, den viele Frauen ihrem Körper gegenüber empfinden. Machados sehr feministischen Erzählungen schlagen ungewöhnliche Wege ein und wecken viele Emotionen beim Lesen. Der Roman Das Gewicht eines Pianos von Chris Cander liest sich wie ein luftig leichter Roadtrip durch das sonnige Kalifornien. Erzählt wird vom  Schicksal zweier Frauen, die auf ganz wunderbare Weise miteinander verbunden sind. Cander macht auf komplexe und dennoch inspirierende Art deutlich, sich von unnützem Ballast, hier in Form eines Pianos, im Leben zu befreien. Das Debüt Das Mädchen auf dem Eis von Adélaïde Bon ist die Geschichte einer Frau, die als 9-Jährige missbraucht wurde. Auf sehr beeindruckende Weise erzählt Bon von dem Irrweg, den katastrophalen Folgen und dem gesellschaftlichen Diskurs. Eine sehr kraftvolle Geschichte, die wie ein Faustschlag in die Magengrube zurückbleibt.

Die Geschichte des Feminismus wird der Graphic Novel Rebellische Frauen – Women in Battle von Marta Breen kurz und dennoch pointiert dargestellt. Viele unterschiedliche Aspekte, mit denen Frauen auf der ganzen Welt und in der Geschichte zu kämpfen hatten, werden angesprochen und durch die bemerkenswerten Illustrationen von Jenny Jordahl für den Leser zugänglich gemacht.Der Roman Der traurige Gast von Matthias Nawrat ist ein Streifzug durch die Großstadt und die Suche nach dem Platz in der neuen Heimat. Nawrat gelingt es, das facettenreiche Berlin abzubilden und einen mutigen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Sheilia Heti hat mich schon mit ihrem Essayroman Wie sollten wir sein? beeindruckt, nun folgt ihr Roman Mutterschaft, in dem sie sich mit dem Thema des Mutterseins auseinandersetzt. Dabei entsteht ein regelrechtes Feuerwerk an mannigfaltigen Ideen, Meinungen und Ansichten. Es ist der gnadenlose Disput einer Frau, die sich der Frage stellt, ob sie ein Kind möchte oder nicht.Auf den ersten Band des Comics Heartstopper von Alice Oseman freue ich mich schon sehr lange. Was man als Webcomic bisher nur online verfolgen konnte, wird nun als liebevoll gestaltete Serie veröffentlicht. Es ist die Geschichte der beiden Highschool Schüler Charlie und Nick. Ihre Freundschaft, die sich ganz langsam zur ersten großen Liebe entwickelt, ist nicht nur dem täglichen Spießrutenlauf der Highschool ausgesetzt, sondern auch den Unsicherheiten eines Pubertierenden.
Eine unglaublich entzückende Handlung, liebevolle Charaktere und ein fabelhafter Stil machen aus diesem Comic ein echtes Lesevergnügen, das man nur an sein Herz drücken möchte.Auf den neuen Roman Gezeitenwechsel von Sarah Moss habe ich mich mit großem Interesse gestürzt. Während Moss sonst immer aus der Perspektive einer Frau schreibt, die im akademischen Milieu versucht, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, tauscht sie diesmal die Rollen. Ihre Hauptfigur ist nun ein Mann, der zum Hausmann „verdammt“ wurde, seinen Beruf hinten anstellen muss und sich um das Wohl der Kinder und den Haushalt sorgt. Als eine seiner Töchter eines Tages schwer erkrankt, wird das ganze Leben der Familie auf den Prüfstand gestellt. Hiromi Kawakamis neuer Roman Die zehn Lieben des Nishino liest sich wie ein Erzählband. In zehn Episoden wird das Leben des Yukihiko Nishinos, einem unersättlichen fast schon gierigen Verführer, aus der Sicht seiner Geliebten erzählt. Nishino lässt sich wie das Porträt des modernen japanischen Mannes betrachten, der mit den gesellschaftlichen Zwängen bricht.

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1 Comment

  • Reply
    Ina
    6. März 2019 at 15:41

    Finde euren Leseeifer bewundernswert , sooo viele Inspirationen für meinen nächsten Urlaub. Dankeschön 💐 LG

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